Craftquelle Bonn

Eisbock-IPA von La Débauche

Das stärkste IPA, dass ich bisher getrunken habe war das Kill&Destroy mit 18 Prozent von De Struise Brouwers. Jetzt hat mir ein Kunde ein Eisbock IPA aus Holland mitgebracht, das sage und schreibe 26,17 Prozent Alkohol hat!

Dieses Bier mit dem Namen Sacred Heart II wurde in Frankreich von der Brasserie La Débauche gebraut, von denen ich bisher nur das fantastische Framboise Stout Blue Edith kannte und im Sortiment habe.

Wie stellt man so starke Biere her?

Mehr als 8-12 Prozent kann man eigentlich über die Vergärung nicht erreichen, da Bierhefen nicht endlos tolerant für Alkohol sind. Mehr Alkohol (bis zu 16-18 Prozent) vertragen Weinhefen und auch bestimmte belgische Saison- und Trappistenhefen. Auch Kveik-Hefen aus Norwegen kommen bis zu 16 Prozent Alkohol klar. Darüber geht es nur mit dem Eisbock verfahren, bei dem das Bier eingefroren und wieder aufgetaut wird. Dabei werden der Alkohol und die Aromen immer weiter konzentriert. Der Aventinus Eisbock oder die Biere von Schorschbock sind Beispiele dafür. Ein Eisbock-IPA kannte ich aber bisher noch nicht, deshalb vielen Dank an Arthur für diese Erfahrung.

Verkostungsnotiz

Doch wie schmeckt es? Mich erinnert es an einen Portwein oder Barleywine. Vom typischen IPA-Geschmack ist hier kaum noch etwas da. Dafür jede Menge Aromen die man eher in einem Stout erwartet: Steinfrüchte, Rosinen, Brotkruste, Karamell. Den Alkohol schmeckt man natürlich auch. Ich hätte es aber eher auch 8-12 Prozent geschätzt. Im Abgang merkt man dann doch eine deutliche Hopfenbittere, was dann auf das verwendete IPA-Basisbier hindeutet. Tolles Experiment – aber leider auch sehr teuer und in Deutschland schwer aufzutreiben.