Craftquelle Bonn

Wie läuft ein Craftbeer-Tasting ab?

Craftbeer, Tasting
Bier-Tasting mit Craftbeer-Pionier Fritz Wülfing von Ale-Mania

In der Craftquelle Bonn veranstalte ich regelmäßig Craftbeer-Tastings. Viele der Interessenten und Teilnehmer haben noch nie an einem Bier-Tasting teilgenommen und auch noch kein Craftbeer getrunken.

Deshalb möchte ich euch hier ein paar häufige Fragen beantworten und den Ablauf der Bierverkostung erläutern.

Hier könnt Ihr Euch für ein Tasting anmelden:

Offenes Tasting

Privates Tasting

Häufige Fragen:

Wie viel wird bei einem Tasting getrunken?

Wir verkosten gemeinsam zwischen sechs und acht verschiedene Biere. Die verkostete Menge pro Bier beträgt etwa 0,1 Liter. Wasser dazu gibt es unbegrenzt, so dass ihr also keine Sorge haben müsst, nachher nicht mehr gerade gehen zu können.

Schmeckt Bier nicht immer gleich?

Definitiv nicht! Es gibt unglaublich unterschiedliche Biere: bitter, malzig-süß, herb-trocken, sauer, fruchtig, leicht-salzig, mit Kaffee- oder Schoko-Noten, rauchig, scharf, blumig, brotig etc. Die mögliche Bandbreite der unterschiedlichen Aromen ist gerade beim Craftbeer extrem hoch und sehr viel größer als etwa beim Wein. Das macht Bier auch als Essensbegleiter so ungemein spannend.

Weizenbier-Tasting mit Schneider Weisse beim Stuttgarter Craftbeer-Festival

Was ist überhaupt Craftbeer?

Kurzgesagt: Handwerklich produziertes Bier von kleinen unabhängigen Brauereien, die auch ungewöhnliche kreative Biere brauen, die nicht unbedingt dem deutschen Reinheitsgebot entsprechen müssen.

Ist Craftbeer nicht nur eine kurzfristige Mode aus den USA?

Nein! Die Entwicklung hin zum Craftbeer findet weltweit statt. Vor allem in Skandinavien, England, Belgien und Holland, Italien und sogar in Frankreich wird immer mehr Craftbeer produziert und konsumiert. Wir hinken in Deutschland dem Trend zwar hinterher, aber auch bei uns entstehen immer mehr neue Brauereien,  Bars und Shops, die sich auf Craftbeer spezialisieren.

Craftbeer-Brauer – wie hier die Hensen-Brauerei in Mönchen-Gladbach produzieren handwerklich auf kleinen Anlagen.

Warum ist Craftbeer eigentlich so teuer?

Das liegt einfach daran, dass Craftbeer von kleinen und kleinsten Brauereien produziert wird, die handwerklich und nicht industriell-automatisiert arbeiten. Außerdem können sie bei weitem nicht so große Rohstoffmengen einkaufen wie die Großbrauereien. Und meistens werden bei Craftbeer auch sehr viel mehr und hochwertigere Rohstoffe verwendet.

 

Diese Fragen sollen nur einen kurzen Einstieg ins Thema bieten – bei einem Tasting werden natürlich noch sehr viel mehr Fragen beantwortet. Wie das Ganze abläuft und was Ihr sonst noch alles erfahrt, lest ihr hier:

Die verschiedenen Tasting-Varianten

Ich biete unterschiedliche Tastings an. Die minimale Teilnehmerzahl beträgt sechs und die maximale 16 Teilnehmer. Es gibt folgende Varianten:

  • Einsteiger-Tastings für diejenigen, die bisher nur wenig oder keine Berührung mit Craftbeer hatten
  • Thematische Tastings zu einem bestimmten Bier-Stil wie India Pale Ale (IPA), zu Bieren für die dunkle Jahreszeit, zu Sommerbieren oder zu Bieren aus einer bestimmten Region oder einem Land. Dazu gehören Tastings zu Bieren aus der Region Köln/Bonn/Eifel.

    Craftbeer-Tasting mit den Brauern von BrewAge aus Wien
  • Tastings für Fortgeschrittene, wo wir extremere Biere verköstigen. Also zum Beispiel hochprozentige Imperial Stouts, Barley Wines, Eis- und Doppelböcke, fassgelagerte Biere, Biere, die mit Gewürzen oder Früchten gebraut wurden, Trappistenbiere, Double IPA´s und saure Biere. Oft hole ich mir dazu einen externen Sommelier oder Brauer dazu, der besonders tiefe Kenntnisse mitbringt.
  • Kombi-Tastings, also etwa das „Bier und Käse Tasting“ oder „Craftbeer meets Poetry-Slam Tasting“. In Zukunft plane ich auch ein „Craftbeer und Schokolade“ und ein „Craftbeer und Whisky Tasting“ anzubieten.

Ablauf des Tastings

Bei einem Craftbeer-Tasting in der Crafquelle Bonn können maximal 16 Teilnehmer mitmachen

Ein Craftbeer-Tasting läuft ähnlich wie eine Weinverkostung ab. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede. Zum Beispiel schlucken wir das Bier immer ganz runter und spucken es nicht aus. Der Grund – neben dem, dass es mehr Spaß macht: Die für Bier enorm wichtigen Bitterstoffe aus dem Hopfen werden sonst kaum wahrgenommen. Denn die Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe sitzen tief im Rachenbereich.

Jeder Teilnehmer bekommt einen Verkostungsbogen, auf dem jedes Bier in der Verkostungsreihenfolge mit Alkoholangabe aufgeführt ist. So könnt ihr euch eure Notizen zu den einzelnen Bieren machen und auch benoten. Am Ende des Tastings sagt dann jeder, welches Bier ihm am besten und welches am schlechtesten geschmeckt hat. Was dabei raus kommt ist immer sehr interessant!

Oft veranstalte ich Tastings mit Gast-Sommeliers oder Brauern wie hier dem amtierenden Sommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt

Zwischen den einzelnen Bieren solltet ihr mit Wasser sowohl das Glas als auch den Mund spülen. Außerdem gibt es kleine Snacks wie Brot, Käse und Nüsse etc. Das alles dient zum Neutralisieren des Geschmacks. Auf diese Weise könnt ihr euch wieder auf ein neues Bier einstellen und es besteht nicht die Gefahr, dass ein intensives Bier alle anderen geschmacklich überlagert.

Normalerweise lege ich die Reihenfolge der Biere von weniger intensiv und weniger Alkohol hin zu intensiveren Aromen und mehr Alkohol fest. Oftmals ist es aber sinnvoll, von dieser Reihenfolge abzuweichen, um bestimmte Effekte zu erzielen. Die Zusammenstellung der Biere und die Reihenfolge sind sehr wichtig, da es einerseits darum geht, euch die Vielfalt der Bierstile nahezubringen, andererseits aber auch ein möglichst stimmiges Erlebnis mit optimalem Spannungsbogen zu kreieren.

Inhalte:

Aus folgendem Spektrum setzen sich die inhaltlichen Themen zusammen:

Allgemein:

  • Technik (Gläser, Trinktemperaturen, Lagerung, Zapftechnik etc.)

    Craftbier-Tasting mit der deutschen Craftbeer-Legende Fritz Wülfing von Ale-Mania
  • Sensorik (Sehen, Riechen, Schmecken)
  • Historie (Kurzer Abriss der Biergeschichte von den Anfängen bis heute)
  • Biermarkt (Deutschland, Europa, USA, weltweit)
  • Craftbeer (Definition, Entwicklung der letzten Jahre, Trend)
  • Bierherstellung (Kurze Einführung ins Brauen, Heimbrauen in Deutschland)
  • Bier und Gesundheit

Bezogen auf die verkosteten Biere:

  • Bierstil (Um welchen Stil handelt es sich und was macht diesen Stil aus?)
  • Brauerei (Geschichte, Bedeutung am Markt etc.)
  • Sensorik im Bezug auf das Bier (Farbe, Geruch, Antrunk, Haupttrunk, Nachtrunk, Gesamteindruck)
  • Foodparing-Vorschläge (Zu welchen Speisen passt das Bier?)

Wem das jetzt ein bisschen nach Schule klingt, den kann ich beruhigen. Ein Bier-Tasting macht vor allem Spaß! Keines läuft so ab wie das andere. Welche der o .g. Themen wir gemeinsam vertiefen, liegt immer auch an eurem Feedback. Ein Tasting dauert zwischen 2 und 3 Stunden.

Beispiel Bierliste:

Folgende Biere haben wir zum Beispiel beim Tasting für Fortgeschrittene mit dem Bonner Craftbeer-Pionier Fritz Wülfing zusammen verkostet. Die Gruppe war ziemlich heterogen, es hatten sich auch ein paar Craftbeer-Anfänger dazu gesellt. Das machte es umso interessanter, da sehr unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallten. Letztlich haben wir alle voneinander gelernt, denn es ist immer gut, über den Tellerrand hinauszublicken. Am besten haben übrigens das Big Dipper von Magic Rock und das DryPA von Ale-Mania knapp vor dem Original von Innis & Gun abgeschnitten.

  • Ale-Mania – DryPA (Deutschland) 7,2 % vol.
  • Innis & Gun – The Original – Bourbon Barrel Scotch Ale (Schottland) 6,6 % vol.
  • Fullers & Friends – Peat Souper (England) 7 % vol.
  • Magic Rock – Big Dipper – Double IPA (England) 8,3 vol.
  • Midtfyns – Chili Tripel (Dänemark), 9,2 % vol.
  • Bosch – Propeller Nachtflug – Imperial Stout (Deutschland) 9,1 % vol.
  • Schneeeule Inge – Ginger Ale nach Berliner Weisse Art (Deutschland) 3 % vol.
  • Bernardus Abt 12 – Strong Ale (Belgien) 10% vol.