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Was ist der Unterschied zwischen Pilsener und Lager Bier?

Das Wiener Lager

Untergärige Biere wurden vermutlich bereits im 14. Jahrhundert gebraut. Allerdings waren sie nie so verbreitet wie obergärige Biere, da sie auf Grund der benötigten niedrigen Gärtemperaturen nicht ganz so einfach zu brauen waren. Solche Biere wurden auch „Lagerbiere“ genannt, da sie nur im Winter gebraut werden konnten und über den Sommer gelagert wurden. Der Österreicher Anton Dreher stellte schon 1840 seine Brauerei in Klein-Schwechat in der Nähe von Wien auf die untergärige Brauart um. Um die richtigen Gärtemperaturen zu erreichen, legte er riesige Keller an. Er ließ Eis aus Seen in die Keller bringen und konnte so auch im Sommer die Temperatur niedrig halten. Auf diese Weise braute er das berühmte „Wiener Lager“, das es heute noch gibt.

Das Pilsener Bier

Bier nach Pilsener Brauart ist ebenfalls ein untergäriges und relativ stark gehopftes Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,8 – 5,5 Prozent und damit dem Lagerbier sehr ähnlich. Das erste Pils hat der in Vilshofen an der Donau geborene bayerische Braumeister Josef Groll im Jahr 1842 in der böhmischen Stadt Pilsen gebraut. Von dort verbreitete es sich nach Deutschland und in die ganze Welt. Pilsener Bier gilt neben dem Wiener Lager als Prototyp aller späteren untergärigen (Lager-) Biere. Das erste Pils gibt es als „Pilsener Urquell“ immer noch. Es hat im Gegensatz zu den deutschen Pilssorten eine leicht buttrige Note, die von dem Gärungsnebenprodukt Diacetyl stammt und in anderen Biersorten als Braufehler gilt.

International Lager

Der Name „Lager“ hat sich heute im Englischen und international für alle untergärigen Biere durchgesetzt. Dagegen heißen obergärige Biere in England und vielen anderen Ländern „Ale“. In Deutschland ist die Sache etwas komplizierter, da hierzulande zwischen sehr unterschiedlichen, untergärigen Bierstilen wie Helles, Märzen, Schwarzbier, Bockbier und Pilsener unterschieden wird. Diese Vielfalt bei den untergärigen Bieren gibt es nur in Deutschland. Die Engländer und Belgier haben dagegen eine viel größere Vielfalt an obergärigen Ales.

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