Craftquelle Bonn

Besuch der Braubeviale in Nürnberg

Am ersten Tag war ich erschlagen von der Größe der Messe

1. Tag: Als ich am 13. November frühnachmittags das Messegelände der Braubeviale über den Eingang Ost betrete, bin erst einmal erschlagen. Leider bin ich gleich in der für mich am wenigsten interessanten Halle gelandet. Denn in Halle 4 dreht sich alles um Verpackungen.

Flaschenabfüller im Einsatz

Riesige Abfüll-, Ettikettier- und Sortiermaschinen rattern hier vor sich her. Es ist voll, laut und warm. Ich bin noch müde von der Autofahrt und zu warm angezogen. Habe noch keine Orientierung. Der typische Messeschock. Also möglichst schnell raus aus Halle 4 ab in Halle 1, wo gleich im Forum Braubeviale ein Vortrag mit dem Titel „Blogger Relation – Blogger als Botschafter und bester Freund der Marke“ stattfinden soll. Der Vortrag stellt sich dann leider als Zeitverschwendung – für mich – heraus. Fängt ja gut an.

Craft Drinks Area

Überall tolle Brauanlagen

Viel spannender geht es in Halle 9 zu. Ich sehe endlich jede Menge interessante Stände. Richtig was für das Auge, überall stehen große und kleine Braukessel – an einem Stand wird live gebraut. Besonders zieht mich die „Craft Drinks Area“ mit acht Bars an, hier gibt’s am laufenden Band kostenlose Verkostungen zu verschiedenen Themen. Ich nehme an einer Verkostung von alkoholfreien Bieren teil und lerne sehr viel über die verschiedenen Herstellungsverfahren:  gestoppte Gärung, Destillation, Filtration und die Kombination verschiedener Verfahren, und vieles mehr. Leider schmecken mir die Biere alle nicht sonderlich. Ob das am fehlenden Alkohol liegt?

Bier-Tasting gehört auch zum Messebesuch

Dann entdecke ich den Bonner Biersommelier-Weltmeister Stefan Hilbrandt, mit dem ich schon einige spannende Tastings in der Craftquelle Bonn veranstaltet habe. Er erklärt gerade an einer der Bars die Auswirkungen verschiedener Glasformen auf den Trinkgenuss. Das wird natürlich auch gleich getestet. Seine Bar ist von einer Traube von Besuchern belagert, er ist ständig in Aktion. An einer anderen Bar treffe ich einen anderem Bekannten aus Bonn, der auch schon mehrere Tastings in der Craftquelle besucht hat. Er ist mit einem Freund hier, der sich eine Brauanlage kaufen will. Einen besseren Ort, sich zu informieren, gibt es wohl nicht.

Halle 1 (Rohstoffe)

Viele Malzsorten

Ich gehe zurück in die Halle 1, die ich noch gar nicht so richtig wahrgenommen habe. Da läuft mir schon wieder ein Bonner über den Weg. Diesmal ist es Ben, der mit der ganzen Mannschaft von Ale-Mania einen Tagesausflug auf die Braubeviale macht. Die Brauwelt ist offenbar kleiner als gedacht.

 

Leckerer Hopfen

Die Halle 1 ist tatsächlich ein absolutes Highlight. Denn hier sind die ganzen Rohstoffe zu sehen. Also Malz, Hopfen, Hefe und sonstige Geschmacksstoffe soweit das Auge reicht. Ein Paradies für Hobbybrauer und noch mehr natürlich für die vielen Profi-Einkäufer der großen Brauereien. An jedem Stand gibt es etwas zu entdecken – man kann an Hopfendolden oder Pellets riechen, Malzkörner probieren und natürlich auch Bier trinken. Hier bin ich richtig.

Finale Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers

Dr. Markus Fohr – der Sieger der Entausscheidung beim Bier-Sommelier-Wettbewerb

Schließlich gehe ich wieder zum Forum Braubeviale, hier läuft gerade das Finale der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers.  Für mich als frischgebackenen Biersommelier besonders interessant zu sehen, wie sich die sieben Finalisten schlagen. Die Aufgabe hört sich leicht an: In fünf Minuten muss jeder der dreiköpfigen Jury ein Bier präsentieren. Das Schwierige daran: Sie wissen nicht, was für ein Bier kommt. Die Hülle um die Bierflasche wird erst gelüftet, wenn die Präsentation beginnt. Die erste von der einzigen Finalistin, Elisa Raus, im Hauptberuf Pressesprecherin bei der Störtebeker Brauerei, gefällt mir am besten. Die Jury entscheidet sich aber anders – Elisa wird Dritte. Ich muss zugeben, den Sieger, Dr. Markus Fohr von der Lahnsteiner Brauerei, hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Fairerweise muss ich aber sagen, seine Kompetenz in Sachen Bier ist unbestritten. Letztlich ist es auch Geschmacksache. Der Jury gefiel es offenbar und deshalb hat er den Titel auch verdient gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.

2. Tag:

Auf dem Weg zur Pressekonferenz

Am nächsten Tag gehe ich zuerst zur Pressekonferenz ins Pressecenter, wo die Sieger des European Beer Star Award 2018 der versammelten Fachpresse sowie geladenen Bier-Bloggern vorgestellt werden. Dort treffe ich wieder ein bekanntes Gesicht: Birgit Rieber – meine Prüferin bei der Biersommelier-Ausbildung in Österreich. Wir verkosten gemeinsam mit den ca. 80 anderen Teilnehmern folgende vier der Goldmedaillen-Gewinnerbiere:

  • Weilheimer Festbier von Dachsbräu
  • American Magut von Birrificio Lambrate
  • Krenkerup Stout von Kenkerup Bryggeri
  • Göller Rauchbier von Brauerei Göller
Einige der vielen Siegerbiere

Tolle Biere, von denen mir das Stout und das Rauchbier am besten schmecken. Erstaunlich viele italienische Biere sind in diesem Jahr unter den Gewinnern. Insgesamt neun. Damit haben die Italiener genauso viele Medaillen geholt wie die Amis. Spitzenreiter sind aber die Deutschen mit sage und schreibe 76 Medaillen der 195 vergebenen, davon gehen 53 allein nach Bayern. Der vom Verband der privaten Brauereien Bayerns veranstaltete European Beer Star Award findet schon zum 15. Mal statt und gilt als einer der renommiertesten Bier-Awards überhaupt. Teilnehmen können Brauereien aus der ganzen Welt. Mit 2.344 Bieren wurden in diesem Jahr so viele Biere eingeschickt wie noch nie.

Interessanter Vortrag zum Biermarkt

Schließlich schlendere ich noch zwei Stunden über die Messe – mittlerweile ganz entspannt, da ich heute nicht mehr ins Schwitzen komme und mich besser orientieren kann. Ich treffe noch weitere bekannte Gesichter wie meinen Biersommelier-Ausbilder Jens aus Österreich, besuche den Speidel Stand um mir neuestes Braumeisterzubehör anzuschauen. Auch den einen oder anderen interessanten Vortrag habe ich mir noch angehört. Insgesamt hat sich der weite Weg nach Nürnberg und zur Messe auf jeden Fall gelohnt.

 

 Tipps für Nürnberg:

Restaurants, die traditionelle Küche anbieten, gibt es gefühlt Hunderte in der Nürnberger Altstadt. Nürnberger Würste soweit das Auge blickt. Als Vegetarier hat man es hier nicht leicht. Die fränkische Küche ist fleischlastig und die traditionellen Restaurants bieten oft nur Spätzle als fleischloses Gericht an. Wer darauf nicht steht, wie ich, dem sei folgende Adresse empfohlen:

Essen:

Mondo
Königstraße 41
90402 Nürnberg
Website: www.mondoeatery.com

Hier findet Ihr ein gutes Angebot an frischen Salaten, Veggie Bowls, Currys, Suppen und Smoothies. Nettes, modernes Ambiente ganz in der Nähe vom Bahnhof. Es gibt auch noch ein Schwesterrestaurant mit dem Namen „mischbar“ mit dem gleichen Konzept am Hauptmarkt 2, das ich auch empfehlen kann.

Craftbier-Bar:

Bierwerk
Unschlittplatz 9
90403 Nürnberg
Website: www.bierwerk-nuernberg.de

Kleine gemütliche Bar mit zwölf Zapfhähnen und einer eigenen Biermarke.Gute Auswahl regionaler, nationaler und internationaler Bierspezialitäten.

Kater Murr
Johannesgasse 14
90402 Nürnberg
Website: www.kater-murr.com

Sehr gemütliche Kneipe mit schönem Holztresen – Wohnzimmeratmosphäre. Haben sehr viele Craftbiere aus der Flasche und drei Fassbiere. Eines davon wechselt. Hier finden auch regelmäßig Kunstausstellungen statt. Die Lage ist etwas versteckt aber sehr zentral  zwischen Bahnhof und Hauptmarkt.

Craftbeer-Shop:

BierKontor
An der Mauthalle 2
90402 Nürnberg
Website: www.bierkontor.de

Schöner kleiner Shop in den Arkaden der mittelalterlichen Mauthalle. Gut sortiertes Angebot an Craftbeer. Veranstalten auch regelmäßige Tastings.