Craftquelle Bonn

Westvleteren 12 – der heilige Gral des Bieres

Das Westvleteren 12 ist eines der das begehrtesten Biere der Welt. Es wurde vor einigen Jahren als bestes Bier der Welt auf der Bierbewertungsplattform Rate Beer gewählt und seitdem will es jeder haben.

Biersommelier Christoph Steinhauer beim Besuch der legendären Westfleteren Brauerei in Ostflandern.
Biersommelier Christoph Steinhauer beim Besuch der legendären Westfleteren Brauerei in Ostflandern.
Am besten trinkt man das Westvleteren mit 12-14 Grad aus einem kelchförmigen Glas.

Gebraut wird es von Trappistenmönchen, die an nur 60 Tagen im Jahr so viel Bier brauen, wie sie benötigen, um ihr Kloster zu erhalten und um die meiste Zeit beten zu können. Deshalb ist das vorhandene Angebot winzig und die weltweite Nachfrage gigantisch. Kaufen konnte man das Westvleteren lange Zeit nur direkt im Kloster in Nordbelgien. Die Mönche begrenzten die Ausgabe sogar wenige 12er Kisten pro Person im Jahr. So sollte das Bier nur denjenigen zukommen, die es auch selbst trinken und keinen Wiederverkäufern.

Früher musste man sogar vorher anrufen, um sich zum Kauf anzumelden – heute geht das über das Internet. Abholen muss man die Kiste dann zum vorgegebenen Termin persönlich im Kloster Sint Sixtus in Westvleteren, Belgien. Kein Wunder dass, dieses Bier sowas wie der heilige Gral der Bierwelt ist. Aber seit kurzem haben die Mönche auch einigen ausgewählten Geschäften in Belgien die Erlaubnis erteilt, eine begrentzte Menge der Flaschen zu verkaufen.

Sankt Bernardus als Alternative

Es gibt aber mit den Abt 12 von Sankt Bernardus (diese Brauerei ist nicht weit von Kloster Westvleteren entfernt) eine kostengünstige Alternative, die dem Original kaum nachsteht. Kenner halten dieses Bier sogar für das Original. Denn Sankt Bernardus hat rund 60 Jahre Jahre das Westvleteren im Auftrag der Mönche von nebenan gebraut und ist deshalb immer noch im Besitz der Original-Hefe. Das ist bei beim heutigen Westvleteren aber nicht mehr der Fall, da in diesem Bier ein Hefestamm vom Kloster Westmalle verwendet wurde.

Doch wie schmeckt das Westvleteren? Getrunken wird es mit einer Temperatur von 12 bis 15 Grad – also keineswegs zu kalt. Am Besten nimmt man ein kelchartiges Glas. In der Nase, Malz und Karamell. Der Antrunk ist ebenfalls malzig süß und der Körper sehr voll bei relativ hoher Rezenz. Die 10,2 Prozent Alkohol sind gut eingebunden und machen sich nur wenig bemerkbar. Im Haupttrunk ist es würzig und erinnert ein wenig an Cognac, auch etwas Säure macht sich bemerkbar. Dann im Abgang kommen Cappucinonoten, Haselnuss, Süßholz, Biscuit und Toffee dazu. Kaum Bittere – extrem komplex und dennoch ausgewogen. Für ein Quadrupel sehr trinkbar. Das Bier wird seinem Ruf wirklich gerecht.

Die nächsten Tastings zum Thema Belgische Biere in der Brauwerkstatt Bonn finden statt:

5. Februar

Beim Tasting verkosten wir bis zu neun belgische Biere – darunter auch schon mal das Westvleteren 12 oder den Abt 12 von Sankt Bernardus. Insgesamt gibt es nur noch neun Klosterbrauereien, die das berühmte ATP-Logo (Authentic Trappist Product) verwenden dürfen. Welche drei Regel dazu eingehalten werden müssen, erzähle ich euch unter anderem im Tasting.

Du suchst weitere Biertastings- oder Braukurse? Biersommelier Christoph Steinhauer bietet rund 50 coole Bierevents in der Brauwerkstatt Bonn an. Hier gehts zur Terminübersicht