Craftquelle Bonn

Tag der offenen Tür bei Ale-Mania

Am 11. November hatte der Bonner Craft Beer Pionier, Fritz Wülfing, die Pforten seiner Brauerei in Bonn-Beuel für Besucher geöffnet. Erstmals konnten Interessierte die gesamte Produktionsstätte von Ale-Mania unter fachkundiger Führung von Fritz und seinen Helfern besichtigen. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Der Andrang war größer als gedacht. Ich war am Nachmittag da und zu der Zeit schoben sich schon schätzungsweise 100 bis 150 Craftbeer-Enthusiasten durch die Halle. Es gab sechs Ale-Mania Sorten „on Tap“, die ich alle probiert habe. Am besten hat mir das „IPA Mania“ und das „Bonner Wieß“, ein an Kölsch angelehntes Bier, geschmeckt. Das hervorragende Red Ale gab es nur aus der Flasche. Ebenfalls aus dem Fass gab es das „Ginger Ninja“, das allerdings nicht so mein Fall ist, da schon eher das säuerlich, erfrischende „Gose Mania“. Fritz war offensichtlich sehr zufrieden mit dem Tag, der wohl bis in die Nacht dauerte. Wir konnten trotz des großen Andrangs kurz mit ihm sprechen und haben erfahren, dass er mittlerweile seine Schanklizenz in der Tasche hat und demnächst in der Halle einen Bereich als Craft Beer Kneipe einrichtet. Darauf bin ich als Beueler wirklich gespannt.

Brauerei als Leidenschaft

Ganz ähnlich wie viele andere und ich selbst auch, ist Fritz ursprünglich durch eine Amerikareise vor über zehn Jahren zum Craft Beer gekommen. Zurück in Deutschland hat er begonnen, sein eigenes Bier zu brauen. Zunächst zu Hause, dann in einer Fremdbrauerei, und mit der Zeit ist das Hobby praktisch zum nebenberuflichen Full-time Job geworden. Seit zwei Jahren hat er jetzt sogar seine eigene Brauerei im Gewerbegebiet Bonn-Beuel und verkauft von dort aus Bier an Shops und Gastrobetriebe in ganz Deutschland. In der Craft Beer Szene ist er bestens vernetzt.

Zum Beispiel teilt er mit seinem Freund, Johannes Heidenpeter, dem Gründer der beliebten Berliner Heidenpeters Brauerei, dessen kreative Brauphilosophie. Brauer wie Fritz Wülfing und Johannes Heidenpeter sehen sich als eine Art Künstler, die aus den verschiedenen Einzelteilen wie Malz, Hefe und Hopfen und anderem völlig neue Geschmacksrichtungen kreieren. Auch wenn sie beide ursprünglich Autodidakten im Bierbrauen waren, legen sie doch gleichzeitig großen Wert darauf, an die uralte Tradition des handwerklichen Bierbrauens anzuknüpfen. Damit lässt sich zwar kein Massenmarkt bedienen, aber dafür lassen diese innovativen Bierbrauer die Herzen der wachsenden Zahl von Craftbier-Fans höher schlagen. Denn diese schätzen kreative Handwerkskunst und ziehen sie dem Einheitsbier aus dem Supermarkt vor.

Infos: Ale-Mania